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Tiere fühlen wie wir

Sie empfinden Schmerzen, Trauer, Freude sowie Wohlbefinden und sind uns Menschen mit ihren Sinnen oftmals weit überlegen. Diese Tatsachen waren für mich immer der Antrieb dazu, Tieren beizustehen, vor allem immer dann, wenn ich den skrupellosen Umgang unserer Gesellschaft mit den uns anvertrauten Mitgeschöpfen erleben musste.

Mittlerweilen kann ich auf fast 40 Jahre in der Tierschutzarbeit zurückblicken und bereue keinen einzigen Tag, an dem ich helfend für meine zwei- und vierbeinigen Freunde tätig sein durfte. Die praktischen Einsätze an der Front, ließen gelegentlich auch Gefühle wie Zorn, Ohnmacht oder Hilflosigkeit in mir aufkommen. Wo setzt man bei dem vielen Tierelend den Hebel an? Wenn ich aber das Leben von Hunden, Katzen, Pferden usw. retten oder zumindest Verbesserungen in der Haltung bewirken konnte, verschaffte mir ein gesunder Optimismus die Kraft zu neuem Tatendrang.
Jeder Narr kann einen Käfer zertreten - aber - kein Wissenschaftler dieser Welt kann einen Käfer erschaffen.

Warum gibt es in einer aufgeklärten und zivilisierten Gesellschaft immer noch diesen brutalen Umgang mit unseren Tieren? Meine persönliche Erfahrung und Meinung dazu lautet: „Profitgier, Unvernunft, Gleichgültigkeit sowie die Missachtung der Schöpfung, machen den Menschen, bewusst oder unbewusst, zum Tierquäler."
Als Mitglied in der Vorstandschaft und Tierschutzbeauftragter im Sternenhofteam werde ich, zusammen mit meinen Mitstreitern, den Kampf für die Würde unserer „kleinen Brüder und Schwestern" (= Franziskus nannte die Tiere so) weiter fortführen und versuchen, so manchen Zeitgenossen in die wunderbare Welt der Tiere einzuweisen.

Reinhold Jungwirth







Mein Weg zum Tierschutz

Schon als Kind hatte ich ein besonderes Verhältnis zu Tieren und das Glück, dass meine Liebe zu Tieren durch meine Eltern gefördert wurde. Wir hatten immer „Schützlinge" zum Aufpäppeln zuhause. Ganz gleich ob Kätzchen, die wir mit dem Fläschchen groß gezogen haben oder Vögel, die verletzt zu uns kamen und wieder gesund gepflegt wurden.

Jeden Tag holte ich bei einem Nachbarsbauern frische Milch und kannte jede Kuh von dort. Besonders gern hatte ich ein kleines Kalb, das ich Fridolin taufte. Er wartete schon jeden Abend auf mich, um sich seine Streicheleinheiten abzuholen. Eines Tages war sein Stall leer. Damals verstand ich noch nicht, was das bedeutete.

Als ich dann in den Neunzigern den Film „Tiere als Ware" sah, veränderte sich mein Leben grundlegend. Szenen von Schlachttieren, die quer durch die Welt gekarrt werden. Tiere, die ihr Leben lang in engen, dunklen Massentierhaltungen dahin vegetieren, nur um am Ende einen grausamen Tod für einen kurzen Gaumenkitzel zu sterben. All dies schockierte mich derart, dass ich begann, für deren Rechte zu kämpfen. Die folgenden Jahre knüpfte ich Kontakte zu Tierschutz - und Tierrechtsvereinen und setzte mich aktiv für Tiere ein. Hier bekam ich erstmals persönliche Einblicke in Massentierhaltungen, Tiertransporte oder Pelzfarmen.

Nutztiere und insbesondere Tiertransporte liegen mir besonders am Herzen und so begann ich vor einigen Jahren durch Kontrollen mit Polizei und Veterinäramt für eine Verbesserung der Situation von Tieren beim Transport einzutreten. Seither stehe ich oft in meiner Freizeit, egal ob am Tag oder in der Nacht an Autobahnen und Grenzstationen und verfolge Tiertransporte, oder gehe Anzeigen schlechter Tierhaltung nach.

Noch heute denke ich an Fridolin, dem ich leider nicht helfen konnte, aber ich habe mir geschworen mein Leben lang für die Rechte von Tieren und damit für einen respektvollen Umgang zu kämpfen.

Ich hoffe für die Zukunft, dass wir auf den Sternenhof-Anlagen vielen Menschen wieder mehr Menschlichkeit und Respekt vor allen Lebewesen vermitteln können. Ich freue mich sehr auf Ihren Besuch bei uns.

Ihr Erwin Denkmayr

 



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